Wie fühlt sich die Krise an? Und wie sehen diese Gefühle aus?
Auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wie sieht die Krise aus?" haben wir uns in die Welt des modernen Tanzes begeben. Ausgehend von der Überzeugung, dass zeitgenössischer Tanz und Performance es vermögen, gesellschaftliche Zusammenhänge, Zustände und Befindlichkeiten auf ganz andere Art zu vermitteln, als es Sprache oder Logik in der Lage sind, haben wir uns gefragt: Wie sieht es aus, wenn TänzerInnen die Krise tanzen? Wie übersetzen sie das, was sie als (ihre) Krise(n) wahrnehmen, in Bewegung? Was passiert mit uns, wenn wir uns diese "getanzten Krisen" anschauen?
Das Videoprojekt "Keep moving - Dancing the Crisis" widmet sich in enger Kollaboration mit drei professionallen Tänzerinnen in Berlin zwei inhaltlichen Schwerpunkten:
Zum Einen: Inwiefern ist das alltägliche Leben einer Profi-Tänzerin in Berlin den Folgen von Wirtschafts- und Finanzkrise ausgeliefert? Welche Dimensionen von Krise erleben die Tänzerinnen und wie gehen sie damit um? Wie stellen sie sich auf Widrigkeiten ein, woraus schöpfen sie Kraft und Zuversicht?
Diese Phase wird auf dokumentarische Weise filmisch umgesetzt: mit Interviews, alltäglichen Routinen und tänzerischen Trainings.
Zum Anderen: Wie fühlt sich die Krise an? Wie können persönliche Erlebnisse und gefühlte Realitäten "performt" und somit sichtbar werden? Was sehen wir und was geschieht dabei mit uns?
Dazu werden die Tänzerinnen aufgefordert, Tanz-Performances zu entwickeln, die das, was sie als Krise erleben, und wie sie es erleben, ausdrücken. Die Performances werden stark inszeniert gefilmt und bilden ein eigenständiges Mittel, Krise zu verstehen.
Die Zusamenführung beider Teile und filmischer Stile soll dazu anregen, Krise (anders) zu fühlen vielleicht auch anders zu verstehen.